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Besuch der Akademie Sankelmark bei Heinrich Rantzau

Bad Segeberg. Während VHS und Arbeitsstelle 500 Jahre Heinrich Rantzau in Bad Segeberg mühsam Euro für Euro für ein Doktoranden-Stipendium sammeln, steigt das Interesse von Besuchern an den verbliebenen Zeitzeugnissen jener Ära, in der (Bad) Segeberg ein Zentrum von Wirtschaft,  Politik und Kultur in Nordeuropa war.

Am Sonnabend bekamen Rantzau-Kapelle, Obelisk und das neue Rantzau-Zimmer Besuch von einer Reisegruppe der Akademie Sankelmark. 25 historisch Interessierte aus ganz Schleswig-Holstein informierten sich unter Leitung von Professor Dr. Detlev Kraack und den Akteuren der Arbeitsstelle.

In  der Akademie, die in der Nähe von Flensburg das Miteinander von Deutschen und Dänen zum Ziel hat,  hatten die Teilnehmer schon tags zuvor eine Menge über das Leben des Statthalters dreier dänischer Könige erfahren.

Lebendig wurden die Einblicke in die Geschichte für sie jedoch besonders am Rantzau-Obelisken in der Hamburger Straße, der einst höher als derjenige des römischen Kaisers Augustus war. Kriminalistischer Spürsinn war in der Marienkirche gefragt, wo Rantzau 1595 ein Ölbild gesponsert hatte, das zeigt, wie der Adlige Hartwig Reventlow sich blutig am Landesherrn Adolf VI. rächt, will dieser zuvor eine Frau seiner Familie vergewaltigt hatte – und später vom Papst begnadigt wurde.  Kraack hatte die Erklärung, warum der friedliebende Heinrich Rantzau dieses Mordbild finanzierte.  „Rantzau wollte zeigen, dass der Landesherr nicht mit dem Adel machen kann, was er will.“ Kaum war die Antwort gegeben, stellte sich schon die nächste Frage, nämlich, ob Rantzau dieses Bild hatte im Hinblick auf den anstehenden Besuch von König Christian IV. im selben Jahr  anfertigen ließ. Denn der gab sich gerade alle Mühe, den Einfluss des hochgebildeten Rantzau in seinem Herrschaftsbereich zurück zu drängen. Das sei eine spannende Frage, stellt Kraack fest, der nun zusammen mit der Arbeitsstelle 500 Jahre Heinrich Rantzau nach der Antwort suchen will. Ein Doktorand, waren sich alle einig, werde bei der Suche und Auswertung von Quellen zur weiteren Geschichte Rantzaus sehr behilflich sein.

Mit Humor nahmen die Besucher hin, dass sie sich aus Corona-Gründen in Gruppen aufteilen mussten, die abwechselnd die Sehenswürdigkeiten betrachteten. „Wenn sie damals auf Maske, Abstand und Hygiene geachtet hätten, wären einige Kinder Rantzaus nicht an der Pest gestorben“, hieß es.

Am Ende des dreistündigen Besuches kündigte Professor Dr. Kraack an, bald mit weiteren Interessenten wieder zu kommen.

 

                   Weitere Informationen

 

 

Die Veröffentlichung der Bände 7 und 8 in der Sammlung von Fachartikeln über Heinrich Rantzau ist vollbracht.

Zusammen mit Monografien, die in der Bücherei zur Verfügung gestellt werden sowie nicht mehr erhältlichen Büchern, die noch nachgedruckt werden, ensteht so eine vollkommene Darstellung der Fachliteratur der vergangenen Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte zu diesem Thema am Dienstsitz  Heinrich Rantzaus, Bad Segberg. Alle Bände sind in der Stadtbücherei einzusehen und auszuleihen.